Was manche Besucher so richtig ärgert

1. Das Intro (Vorspann oder Vorspannfilm)

Es gibt immer noch Homepages, die man nur betreten darf, wenn man sich zuvor ein Intro ansieht. Oft handelt es sich dabei um über den Bildschirm huschende Buchstaben, bewegte Bilder oder grafische Elemente.

Wer Glück hat findet irgendwo den winzigen Hinweis "SKIP INTRO" oder "Vorspann überspringen" Wer noch mehr Glück hat, bei dem funktioniert dieses Überspringen sogar. Geschafft - jetzt wird einem Zutritt zum Allerheiligsten gewährt.

Damit hätte ein Besucher die erste Hürde genommen, sofern er überhaupt noch da ist. Es gibt massenhaft verschworene Intro-Gegner, die Seiten mit Intros ohne zu zögern verlassen.

Welche Nachteile haben Intros?

  • sie sind für Suchmaschinen praktisch wertlos, können sogar schaden
  • sie verlängern die Ladezeit der Site oft erheblich
  • sie blockieren den schnellen Zugriff auf Informationen
  • sie langweilen spätestens ab dem zweiten Besuch
  • sie bieten den Besuchern selten einen wirklichen Nutzen
  • sie kosten Ihr Geld und die Zeit Ihrer Besucher

Übertragen wir ein Intro einfach einmal in den realen Alltag.
Stellen Sie sich vor, sie wollten rasch eine Kiste Mineralwasser besorgen. Sie gehen auf den Getränkemarkt zu und bemerken, dass der Eingang durch eine Leinwand versperrt wird. Gerade beginnt ein Werbefilm. Nehmen wir an, Sie sind ein geduldiger Mensch und warten ab was geschieht. Nach zwanzig oder dreißig Sekunden gleitet die Leinwand nach oben und gibt die Tür frei. Erst jetzt dürfen Sie eintreten.

Sind sie begeistert? Freuen Sie sich schon auf den nächsten Besuch in diesem Geschäft?

Wenn Sie auf ein Intro nicht verzichten wollen, sollte zumindest ein gut sichtbarer und funktionierender "Überspringen-Hinweis" vorhanden sein. Auch wenn dieser vielleicht das edle Design etwas stört. Ihre Besucher werden es Ihnen danken, spätestens ab ihrem zweiten oder dritten Besuch.

Animationen? Ja wenn sie etwas veranschaulichen

Animationen sind dann sinnvoll, wenn sie einen Ablauf erklären; z. B. die Funktionsweise einer Maschine veranschaulichen. In vielen anderen Fällen sind sie nicht nur überflüssig sondern störend.

Noch heute verfügt jeder Mensch über Instinkte, die ihm in Urzeiten das Überleben sicherten. Alles was sich bewegte konnte Gefahr bedeuten.

Animationen herzustellen ist keine große Sache. Deshalb findet man sie reichlich auf Millionen von Websites. Da blinkt und zuckt es herrlich bunt an allen Ecken und Enden. Unterbewusst nimmt ein Betrachter dieses Blinken und Bewegen als Gefahr wahr. Seine Aufmerksamkeit schwindet, er wird nach und nach unruhig und es fällt ihm schwer sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Stellen Sie sich einfach einmal vor, die rechte obere Ecke Ihrer Zeitung würde ständig blinken. Wie wollten Sie da in Ruhe lesen? Gegen den instinktiven Zwang, immer wieder auf das Blinklicht sehen zu müssen, können Sie nichts tun. Es handelt sich um einen Reflex. Auf einer Website stören solche Plagegeister ungemein. Besser, sie werden höchst sparsam eingesetzt.

Gestalter können Animationen so aufbauen, dass sie nach einem einzigen Durchlauf stoppen. Die Animation erregt also ein Mal die erwünschte Aufmerksamkeit, und wird danach zum Standbild. So schont man die Nerven der Besucher.

Laufschriften und Ticker
Obwohl Laufschriften längst aus der Mode gekommen sind trifft man sie hier und da immer noch an. Auf Internetseiten gibt es kaum einen vernünftigen Grund Laufschriften einzusetzen. Sie sind dort sinnvoll wo der Platz knapp ist, sonst nirgends. Was beim Fernsehen durchaus angebracht ist, kann auf einer Website unsinnig sein. Auf einer Internetseite ist immer Platz; sie hat ja nach unten hin praktisch kein Ende. Es ist wesentlich angenehmer zu scrollen, als abzuwarten, bis der Text endlich durch gelaufen ist. Das führt dazu, dass Laufschrifttexte selten ganz gelesen werden.

Wichtigen Informationen räumt man im Allgemeinen einen guten und ausreichend großen Platz ein. Den haben sie auch verdient. Unwichtigem steht nur eine Zeile zu, z. B. im Ticker.

Für wichtige Infos sind diese Ticker untauglich - der Fernschreiber ist out.

Für Suchmaschinen sind Intros und Animationen so gut wie wertlos. Sie enthalten kaum Informationen, die von Suchmaschinen auswertbar sind.

2. PopUp-Fenster (Werbe-PopUps)

Viele Seitenbetreiber zwingen ihren Besuchern PopUps auf. Diese kleinen Werbe-Fensterchen sind zu einer echten Plage geworden. Sie stehen bei Besuchern auf Platz Eins der Unbeliebtheits-Skala.

Dabei war das PopUp ursprünglich eine feine Sache. Man konnte damit wichtige Informationen einblenden, oder Benutzerhinweise zu geben.

Doch schon bald entdeckten findige Zeiggenossen, dass sich diese Fensterchen gut zu Werbezwecken (miss)brauchen ließen. Und das schönste daran: Gegen diese aufgezwungene Werbung konnte sich keiner wehren.

Die Hersteller moderner Browser haben auf das PopUp-Dilemma reagiert, und in Ihre Softwares PopUp-Blocker integriert. Doch leider sind diese PopUp-Blocker nicht in der Lage, "gute PopUps" von "Werbe-PopUps" zu unterscheiden. Wer einen PopUp-Blocker verwendet, muss damit rechnen, dass auch Gewolltes unterdrückt werden könnte.

Besser, Ihre Homepage kommt ohne PopUps aus.

Alles was den schnellen Zugriff auf Ihre Homepage verhindert schadet. Es ist nervend, wenn man zuerst Werbefenster schließen muss, um freie Sicht auf wichtige Informationen zu bekommen.

3. Übersichtlicher Seitenaufbau

In diesem Bereich hat sich in letzter Zeit vieles gebessert. Aber immer noch findet man Seiten, bei denen einem schlicht der Durchblick fehlt.

Die Navigation entscheidet darüber wie gut sich Besucher zurecht finden. Wer Informationen in den Tiefen seiner Site vergräbt, braucht sich nicht zu wundern, wenn diese kaum beachtet werden.

Navigationspunkte müssen klar als solche erkennbar sein; sie müssen verständlich benannt sein, damit der Besucher weiß, ob sich ein Klick lohnt.

Wie leicht findet man Ihre Adresse?

Die Seite "Kontakt" stellt oft einen besonderen Schwachpunkt dar. Die Besucher wollen Sie kontaktieren, und erwarten dort Kontakt-Daten; also Adresse, Telefonnummer etc.. Leider finden sie in vielen Fällen nur ein Kontaktformular. Die Adresse ist irgendwo versteckt, oft im Impressum (sofern vorhanden). Das Impressum ist gesetzlich vorgeschrieben.

Es macht Sinn, am Fuß jeder Seite die Kontaktdaten anzuzeigen.
Wer die Kontaktaufnahme erleichtert wird eher kontaktiert.

4. Die Leserlichkeit

Wer Informationen bereitstellt, hofft, dass sie gelesen werden. Texte müssen also leserlich und leicht verständlich sein.

Bei der Textgestaltung lauern zahlreiche Fallstricke:

1. Zu kleine Schriftgröße
Kleine Schriftgrößen sind am Bildschirm sehr schwer lesbar. Trotzdem findet man jede Menge Seiten mit winziger Schrift. Was elegant aussieht ist nicht immer zweckmäßig. Ein Text soll Informationen transportieren. Alles, was diesem Zweck widerspricht geht in die falsche Richtung.

Einige Browser bieten die Möglichkeit, den Schriftgrad zu verändern. Dazu wird z. B. bei gedrückter Strg-Taste das Mausrad gedreht. Die Funktion ist evtl. auch per Tastenkombination verfügbar.

Wer diese Funktion noch nicht kennt wird sie bald zu schätzen wissen.

Achtung! Webdesigner können diese hilfreiche Funktion unterbinden. Sie funktioniert dann in manchen Browsern nicht mehr. Offensichtlich sind einige Gestalter immer noch der Ansicht, dass sich alles dem Design unterordnen muss.

Hat der Gestalter bereits gut lesbare Schriftgrößen gewählt, mag man ihm durchaus verzeihen. Doch wer bei winzigen Schriften kein Vergrößern zulässt, ignoriert die Interessen vieler Besucher.

Texte die nur mühsam zu entziffern sind schrecken ab. Keiner liest sie.

2. Zu geringer Zeilenabstand
Heute ist praktisch jeder beliebige Zeilenabstand einstellbar. Als Faustregel gilt: Je länger die Zeile, desto größer sollte der Zeilenabstand sein. Im Zweifel ist ein größerer Abstand immer die bessere Wahl. Der Betrachter muss die Zeilen klar trennen können. Eine Zeile sollten etwa 60 bis 80 Zeichen lang sein und, bezogen auf die Schriftgröße, einen Zeilenabstand von mindestens 150 % aufweisen.

3. Zu wenig Kontrast
Dunkelgrauer Text auf hellgrauem Hintergrund wirkt edel. Schwache Kontraste vermitteln Ruhe und wirken unaufdringlich. So weit so gut.

Leider wird manchmal des Guten zuviel getan. Kontrastarme Texte können nur mit Mühe gelesen werden. Je kleiner der Schriftgrad, desto deutlicher muss der der Kontrast sein. Sonst "säuft der Text im Hintergrund ab", wie man unter Fachleuten sagt.

4. Inverse Schrift (bei langen Texten)
Lange Texte nennt man Mengensatz. Inverser Mengensatz wird Ihnen in Printmedien nur sehr selten begegnen. Inverser Satz eignet sich für Überschriften und als sparsam einzusetzendes Gestaltungsmittel. Ein kleiner invers gesetzter Textblock fällt auf.

Wer sich für seine Homepage einen dunklen Hintergrund wünscht muss etlichen Fettnäpfchen ausweichen.

Die wichtigsten Regeln:

  • inverser Satz eignet sich nur selten für längere Texte
  • inverser Satz eignet sich nicht für kleine Schriftgrößen
  • werden doch kleine Schriftgrößen benutzt, muss fett gesetzt werden
  • es dauert länger, inversen Text zu lesen

Wer lange Texte bei kleinen Schriftgraden invers setzt, muss diese fett machen, sonst wird 's unleserlich. Aber: Normalerweise setzt man wichtige Wörter fett. Ist bereits der gesamte Text fett, fehlt diese Möglichkeit. Damit ist ein wichtiges Stilmittel verschenkt.

Umfangreiche Schriftschnitte wie leicht, normal, halbfett, fett, extrafett etc. werden derzeit von Browsern nur unzureichend unterstützt. In Zukunft dürfte sich da einiges tun, doch im Moment muss man die gegebenen Stilmittel möglichst sinnvoll nutzen.

 

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